Marisa Kashino: Tödliches Angebot


Wenn ein Thriller mit "Gone Girl" verglichen wird, werde ich schnell hellhörig. Schließlich gehört dieser Roman sicher zu den besten des letzten Jahrzehnts.

Und so landete auch der neue Thriller von Marisa Kashino in meinem Einkaufskorb - ob die Geschichte halten konnte, was sie verspricht?


Tödliches Angebot

Daten

Autorin: Marisa Kashino
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-86493-375-2
Preis: 16,99€
Paperback, 336 Seiten



Inhalt

Margo ist unglücklich. Mit ihrem Mann Ian lebt sie in einer kleinen Wohnung, obwohl sie sich eigentlich was Besseres leisten könnten (und müssten). 1,3 Millionen Dollar ist ihr Budget bei der Suche nach einem Haus - dennoch verlieren die beiden jedes Bietergefecht. Und ohne Haus kann (und will) Margo kein Baby kriegen.

Doch da kommt ihr absolutes Traumhaus auf den Markt. Ihre Maklerin gibt ihnen einen Wink, bevor die große, alte Villa auf den Markt kommt. Noch leben dort das schwule Ehepaar Jack und Curt mit deren Tochter - die drei wollen in die USA auswandern. Und als sie das Haus zum ersten Mal sieht, weiß sie, dass sie es nicht verlieren dürfen. Sie bestellt sogar schon die neue Hausnummer.

Und so beginnt sie, sich mit Jack anzufreunden. Doch als der ihre Hintergedanken durchschaut, ist es vorbei mit dem Haus.

Das allerdings kann Margo nicht auf sich sitzen lassen - sie stalkt die beiden Männer, kann auch einen kleinen Skandal aufdecken - doch sie kann nicht beweisen, dass Curt bei seinem Buch abgeschrieben hat.

Und so bleibt Margo nur noch eine Option, um ihr Haus zu bekommen - Mord...



Fazit

Nun, wie sehr kann man eine Obsession zu einem Haus entwickeln? Margo so "Jo"... Das macht es für mich ein kleines bisschen drüber... Margo kann nicht arbeiten, keine Kinder kriegen, sie kann über den Fehltritt ihres Mannes hinwegsehen, sie kann einfach nicht mehr leben ohne dieses Haus. Ich dagegen frage mich: Ihr habt ein Budget von 1,3 Millionen - in Washington - da gibts bestimmt irgendein Haus und man muss nicht depressiv auf 60 qm leben. Aber auch in Sachen Umbau und Möbel muss es nur das Beste vom Besten sein - das Bild vom Haus ist schon fertig, bevor sie es das erste Mal gesehen hat.

Aber es muss halt eine Villa sein - eigentlich nicht irgendeine, sondern die von Curt und Jack. Irgendwie finde ich das eine kleine Spur zu viel. Sympathie findet man zu der Hauptprotagonistin kaum - allerdings auch die Nebencharaktäre sind mehr als seltsam... 

Die Handlung an sich ist schon spannend und hat ein großartiges Tempo - aber eben hauptsächlich weil man sich dauernd fragt, was Margo als nächstes anstellt, um IHR Haus zu bekommen... Eine Steigerung und auch eine ähnliche Charakterkonstellation wie in Gone Girl kann man mit viel Phantasie erkennen - man fragt sich aber auch andauernd, wieso die Handlung so weitergeht, wie sie weitergeht. Vielleicht verstehe ich zu wenig von einer Obsession... Ich frage mich zum Beispiel dauernd, warum Ian nichts sagt und nicht eingreift. Es wirkt ein bisschen, als wäre er - wie alle anderen - nur Statisten in der Geschichte.

Insgesamt ist die Geschichte sehr fein geflochten, wenn auch ein bisschen eindimensional. Man möchte einfach irgendwie Margos Handlung ein bisschen verstehen.





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