Remy Eyssen: Verräterisches Lavandou


Ich LIEBE Frankreich Krimis. Irgendwie haben sie immer eine ganz spezielle Atmosphäre. Das denkt wohl auch der Deutsche Gerichtsmediziner, der in der Provence, genauer gesagt in Le Lavandou, nun schon seinen 10. Fall bearbeitet. 

Und wo ich mit dem Buch am Ende bin, frage ich mich hauptsächlich, warum die Krimis von Remy Eyssen bisher an mir vorbeigingen.


Verräterisches Lavandou

Daten

Autor: Remy Eyssen
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-86493-238-0
Preis: 16,99€
Taschenbuch, 496 Seiten



Inhalt

Schon als Kind hatte sich Leon in die Provence verliebt. Jetzt lebt er dort gemeinsam mit Isabelle Morell, Capitaine der dortigen Polizei und deren Tochter.

Die beiden werden zu einem neuen Fall gerufen - an den Klippen wird die grausam zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Leiche ist nicht nur extrem zugerichtet, auch ihr Kopf fehlt. Er wird zweihundert Meter entfernt in einer blühenden Hecke gefunden.

Leon tappt zunächst vollständig im Dunkeln - man weiß ja nichtmal, wer die Frau ist und es gibt auch keine Vermisstenanzeigen. Doch dann verschwindet schon die nächste Frau - eine Kollegin seiner Stieftochter. Sie wird unter ähnlichen Bedingungen gefunden, früh am Morgen in den Bergen.

Es stellt sich heraus, dass 20 Jahre zuvor schon einmal eine Frau auf ähnliche Weise getötet wurde. Der damalige Täter sitzt allerdings seit damals in einer geschlossenen Einrichtung, die ausgerechnet von einem  Mann geleitet, der sich selbst als Leons Erzfeind betrachtet. Schließlich hat er gegen Leon die Stelle an der Uni von Aix-en-Provence verloren.

Dass der Insasse aus der Einrichtung flieht um Frauen zu töten, schließen alle aus - doch Isabelle und er spüren, dass ihnen die Zeit davonläuft. Denn der Killer hat schon sein neues Opfer in seiner Gewalt.



Fazit

Ich bin ein kleines bisschen zwiegespalten. Denn auf der einen Seite hat man einen grandios guten Frankreich-Krimi. Man spürt beim Lesen förmlich den Mistral auf seiner Haut. Man hat also eine grandiose Atmosphäre.

Aber es gibt ein paar Abzüge in der B-Note. Es gibt beispielsweise eine Nebenhandlung rund um den französischen Präsidenten, der seinen Feriensitz in Lavandou hat und irgendwie immer zu den unpassendsten Momenten auftaucht. Leon erwischt ihn etwa bei einer leidenschaftlichen Affäre mit der Leiterin vom Tourismusbüro und muss ihn verarzten. Man fragt sich halt ein bisschen, welchen Sinn das ergibt.

Auch wird die Kollegin zwar vermisst, Leon entdeckt auch Mehlstaub auf der Leiche, identifiziert wird sie aber nicht. Es gibt ein ums andere Mal eben Handlungsstränge, die einfach tot enden und die nicht wirklich viel Sinn ergeben. Außer vielleicht, um den Leser zu verwirren. 

Für mich ist das Buch ein echt guter Provence Krimi mit kleinen Abzügen in der B-Note...




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