Schwiecker/Tsokos: Die 7. Zeugin


Gelegentlich - in letzter Zeit sogar etwas häufiger - landet auch mal ein älteres Buch auf meinem SUB. Zugegeben, die 7. Zeugin lag da ne ganze Weile. Doch als ich den ersten Band der Rocco Eberhardt Reihe des ehemaligen Strafverteidigers Florian Schwiecker und Deutschlands bekanntesten Rechtsmediziners Michael Tsokos einmal in die Hand genommen hatte, konnte ich ihn kaum mehr weglegen...


Die 7. Zeugin


Daten

Autoren: Florian Schwiecker, Michael Tsokos
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-52755-9
Preis: 12,99€
Broschiert. 320 Seiten


Inhalt

Nikolas Nölting führt eigentlich ein beschauliches Leben. Er ist Beamter beim Bauamt im Berliner Speckgürtel und lebt mit seiner Frau und seiner kleinen, behinderten Tochter. Am Wochenende fährt er immer mit dem Rad zum Brötchen holen in einer französischer Bäckerei in der Nachbarschaft.

Doch an diesem einen Wochenende Anfang Januar ist alles anders. Nölting schlägt vor der Bäckerei einen Polizisten nieder, entwendet dessen Dienstwaffe und erschießt in der Bäckerei einen Anwalt - und verletzt zwei weitere Personen schwer.

Keiner kann sich dieses Verhalten erklären - auch Nölting schweigt. Einzig seine Frau sucht den bestmöglichen Anwalt und gerät dabei an Rocco Eberhardt. Der hat schon einige Fälle erfolgreich abgeschlossen und beginnt, sich gemeinsam mit seinem Detektiv Tobias Baumann dem Fall anzunehmen. Auch der Gerichtsmediziner Dr. Jarmer hilft bei den Ermittlungen.

Dabei stößt er schnell auf Spuren, die darauf hinweisen, dass der tote Rechtsanwalt kein Zufallsopfer war. Eberhardt gerät immer tiefer in die Strukturen der Berliner Clan Kriminalität - und spätestens als Eberhardts Schwester einen Kopfschuss erleidet, merkt er, wie tief das Wespennest ist, in das er hier gestochen hat.



Fazit

Ein spannendes Format beginnt. Mittlerweile gibt es schon viele Tsokos/Schwiecker Krimis - und ich kann eins vorwegnehmen: Mein erster Kontakt mit der Kombi aus Eberhardt und Jarmer war so gut, dass ich sie jetzt alle lesen will und lesen muss.

Ich finde es ja schon alleine großartig, dass sich die beruflichen Welten der Autoren in den Figuren des Rocco Eberhardt (Anwalt Schwiecker) und Dr. Justus Jarmer (Rechtsmediziner Tsokos) Wiederspiegeln. Es wird also kaum einen Autoren geben, der die wahren Strukturen und Emotionen besser wiedergeben können als diejenigen, zu deren Berufsalltag das alles mal gehörte oder immer noch gehört.

Ich finde auch die Figur des Nikolas Nölting großartig. Langezeit versteht man sein Verhalten nicht so ganz - doch je tiefer Eberhardt gräbt, umso mehr versteht man, was den ruhigen und ordentlichen Beamten so ganz plötzlich zum Mörder machte. Und warum er schweigt und damit umso länger in den Knast wandern wird.

Auch das Einflechten der Clans macht das Ganze irgendwie lebensnah und nachvollziehbar (gibt ja kaum einen Tag ohne Clan Kriminalität Schlagzeilen aus Berlin). 

Man kann sich ganz wunderbar in dieses authentisch geschilderte Prozessgeschehen einfinden - in all die Wendungen, die jeder neue Zeuge bringt. Zum Teil fühlt man sich wie direkt im Strafgerichtssaal,

Ich fand das Buch ganz großartig - von mir gibt es klare 5 Sterne.


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