Anders Roslund: Schattenkind


Ewert Grens hatte schon mit seinem Leben abgeschlossen und sich in den Kopf geschossen. Doch dank der Hilfe seines Freundes Piet Hoffmann und seiner Familie konnte er zurückkehren. 

Doch jetzt wird er endgültig in den Ruhestand versetzt und kommt gar nicht ohne sein Büro klar. Und Piet sitzt im Knast - und er braucht dringend seine Hilfe.


Schattenkind

Daten

Autor: Anders Roslund
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-86493-281-6
Preis: 16,99€
Broschiert, 544 Seiten


Inhalt

Die letzte verdeckte Ermittlung lief nicht gut - Piet Hoffmann wurde rückfällig und während mehrerer Delikte zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Eigentlich hat er die Karriere als Verbrecher hinter sich gelassen, die er schon als Jugendlicher begonnen hatte. Sein Freund Ewert hatte ihm geholfen. Doch jetzt ist es vorbei - und auch seine Frau Zofia und seine drei Kinder tun sich schwer, mit dieser Situation zurecht zu kommen. Piet lehnt Besuche sogar ab.

Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein. Nach einem Mordanschlag auf ihn, den er knapp überlebt, trifft er auf einen alten Bekannten. Es ist der Bruder von Karlos, den er nur Großerbruder nennt. Es ist 27 Jahre her, dass Piet und Karlos zusammen im Jugendknast saßen - aus der Großerbruder spurlos verschwand. Nur ein Loch blieb in der Decke zurück. 

Lillebro, der Bruder, droht nun, dass er nach 21 Tagen erfahren will, was damals geschehen ist - sonst stirbt zuerst Hoffmanns Familie und dann er selbst.

Piet sieht nur eine Chance - er muss aus der Haftanstalt fliehen und sich in der Jugendhaftanstalt einschleichen, um herauszufinden, was damals wirklich geschah.

Und dabei kommen immer neue Erinnerungen hoch, die er lange verdrängt hatte. Erinnerungen an die Brutalität der Wärter, die es damals besonders auf den aufmüpfigen Karlos abgesehen hatten...

Ewert dagegen versucht alles, um seinem Freund zu helfen - um mit dem Ruhestand klarzukommen. Er nimmt einen Job bei einer Cold Case Einheit an, um an die Fallakte zu kommen. Und er sieht die Ungereimtheiten auf den ersten Blick...


Fazit

Ich liebe die Thriller mit Ewert Grens und Piet Hoffmann. Doch das bedeutet immer besonders hohe Erwartungen. Und jetzt bin ich ehrlich: Die hat Anders Roslund diesmal leider nicht erfüllt. Ich meine, ich verstehe das Konzept, das sich diesmal vom klassischen Grens unterscheidet. Aber es hat halt eben deutliche Längen.

Man erfährt sehr viele Hintergründe insbesondere über Piet Hoffmanns kriminelle Karriere vor 27 Jahren, aber die Geschichte an sich verfängt sich aber ein bisschen in den Details. Es sind einfach zu viele sich zu ähnliche Erinnerungsepisoden - dadurch zieht sich das Ganze ein bisschen.

Es ist definitiv nörgeln auf hohem Niveau - die Figuren sind psychologisch extrem interessant, gerade in Piet kann man sich hineinversetzten - immerhin geht es um Leben und Tod seiner eigenen Familie. Immer wieder bekommt er zudem Videos, die die Bedrohung immer größer werden lassen. Und gleichzeitig dringt er als Verner immer tiefer in seine eigenen Erinnerungen ein. 

Insgesamt ein großartiger Thriller aber ein eher schwacher Roslund...

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