Stephan Ludwig: Zorn (14) - Der Fall Schröder


Ich habe bisher nicht allzu viele Bücher der "Zorn" Reihe gelesen. Allerdings hat mich die zugehörige TV Serie etwas gepackt. Und so war ich super happy, als ich die vorletzte Folge der Reihe bei Osiander als Mängelexemplar ergattert hatte. Ich hab mich echt drauf gefreut... Aber zurecht?



Zorn - Der Fall Schröder

Daten

Autor: Stephan Ludwig
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-71055-3
Preis: 13€
Taschenbuch, 368 Seiten



Inhalt

Irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Denn eigentlich hatte Schröder Bereitschaftsdienst. Doch als ein Selbstmord an der Skisprungschanze gemeldet wird, fährt er nicht hin. Er schickt Brettschneider, schließlich ist er ja der Chef. Doch Claudius Zorn ist nicht allzu überzeugt. Er fährt mit Schröder hin, doch der will nichtmal aus dem Auto aussteigen. 

Und auch sonst scheint Schröder ziemlich neben der Spur zu sein. Der klügste Kopf, den Zorn kennt, ist teilnahmslos und einfach seltsam. Und dann stellt sich noch heraus, dass er den Selbstmörder gekannt haben muss. "Dumbo" war ein enger Freund, den er allerdings seit dem Skisprungcamp in der Kindheit nicht mehr gesehen hat. Kurz vor seinem Tod hatte er allerdings mit Schröder Kontakt aufgenommen.

Schröder meldet sich krank. Und kurze Zeit später kommt ein neuer Fall herein. Relativ schnell findet Zorn heraus, dass das Opfer auch hier mit dem Opfer bekannt war. Ausgerechnet ein Reflektorband, das Zorns Sohn Edgar Schröder geschenkt hat, findet man am Tatort. Und Zorn lässt es verschwinden.

Das Opfer, ein ehemaliger DDR Funktionär, stand ebenfalls in Verbindung mit dem Skisprung Camp. Genauso wie der Arbeitslose Tony Pfaff, der als nächstes stirbt.

Und alle Spuren führen zu Schröder, der mehr und mehr dem Wahnsinn unterliegt und jede Hilfe von seinen Freunden im Kommissariat ablehnt. Nur der Dackel des ersten Opfers leistet ihm noch Gesellschaft.

Währenddessen versucht Zorn nicht nur, Schröder zu finden, sondern eben auch die Wahrheit herauszufinden. Doch vielleicht ist es eine Wahrheit, die er nie kennen wollte.



Fazit

Zugegeben: Band Nummer 14 war mein allererster Zorn in Buchform. Von der Vorgeschichte der Figuren wusste ich relativ wenig, ich habe nur zwei Folgen der TV Serie gesehen. Ich wusste, dass Schröder als Kind missbraucht wurde, was er bei der Rettung eines Springers verraten hat. Mehr wusste ich aber über seine Vorgeschichte nicht.

Grade Zorns moralisches Dilemma ist spannend. Denn er weiß nicht, ob sein Freund etwas getan hat, für das er ihn verhaften müsste. Er tut nur alles dagegen, dass sich der Verdacht erhärten könnte. Währenddessen weiß man nicht genau, warum Schröder sich plötzlich so merkwürdig verhält und am Ende sogar den Hund verliert und selber glaubt, die Morde begangen zu haben.

Man erfährt viel über Schröders Geschichte, insbesondere vom Skicamp zu DDR Zeiten, bei dem er massiv missbraucht wurde. Man folgt der Psyche der beiden Jungs und kann irgendwann sogar verstehen, warum Schröder die beiden ermordet haben könnte.

Gleichzeitig hat man Zorns Dilemma - auch er glaubt irgendwann, dass Schröder den Mord begangen haben könnte. Doch glücklicherweise bleiben seine Zweifel und er kämpft für seinen Freund.

Das Ende ist für mich ein bisschen undurchsichtig und chaotisch. Da hätte man vielleicht die Fäden ein bisschen sauberer Zusammenspinnen können. Deshalb bin ich etwas zweigespalten. Ich hätte da etwas klareres gewünscht. 

Sonst haben wir einen Krimi, der vor allem auf das Thema Moral und Freundschaft setzt - ich hätte mir jedoch ein kleines bisschen mehr erwartet.

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