Alessio Guerrini: Im Schatten der Palazzi


Urlaubszeit - das heißt auch endlich wieder richtig coole Urlaubskrimis... Sommer, Sonne, Toskana - und ein kleines bisschen Mafia, genau das hat Alessio Guerrini zu bieten...


Im Schatten der Palazzi


Daten

Autor: Alessio Guerrini
Verlag: Gmeiner
ISBN: 978-3-8392-8025-6
Preis: 15€
Taschenbuch, 288 Seiten


Inhalt

Eigentlich ist Constantin auf der Suche nach einem Haus in der Toskana. Seine Karriere als Kriminalbeamter in Stuttgart hat er grade beendet und freut sich auf das Pensionistendasein in der Toskana. 

Doch dann bekommt er ein Angebot, das er nicht ablehnen kann - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Mann tritt an ihn heran, den alle nur den Cavaliere nennen. Er zeigt ihm einen Zeitungsartikel, einen Nachruf für eine alte Dame. Im Hintergrund ein vermeintlich kopierter Caravaggio, der nach dem Tod der Frau verschwunden ist. Das Original wurde vor mehr als 20 Jahren in Florenz bei einem Raubüberfall gestohlen und gilt seit dem als verschollen. Constantin soll das Gemälde für den Cavaliere aufspüren.

Constantin will nicht so recht - doch dann bekommt er Bilder. Heimlich geschossene Aufnahmen seiner Tochter, die in Berlin studiert. Ganz klar eine Bedrohung. Constantin muss das Bild finden. 

Er findet heraus, dass nicht nur der Cavaliere hinter dem Bild her ist - neben einem Kommissar, dessen Vater beim Raubüberfall damals ums Leben kam, ist auch ein bekannter Mafiosi und ein Amerikaner dem Bild auf der Spur. 

Constantin lernt derweil die ehemalige Gerichtsmedizinerin Elena kennen und findet in ihr eine Freundin und eine Verbündete, mit der er sich auf die Spur des Bildes begibt. Und mit jedem Faden, dem er folgt, gerät er immer mehr in Gefahr.



Fazit

Das Buch liefert grandioses Toskana Feeling - ein bisschen Mafia Vibe inklusive. Und natürlich wird auf dem Weingut, das die Gerichtsmedizinerin geerbt hat, viel gegessen und toskanischer Wein getrunken. Einfach perfekt und man fühlt quasi das laute Motorengeräusch des alten Fiat im Ohr, als Constantin damit kurzfristig fahren muss. Und den Geschmack von Elenas Calcio e Pepe auf der Zunge.

Und den Unruhestand genießt Constantin beinahe. Ich freue mich schon auf neue Abenteuer von ihm und Elena.

Ich kritisiere allerdings häufig, dass Bücher zu lang und zu ausschweifend sind. Bei dieser Geschichte hat man gelegentlich das Gefühl, dass ein bisschen fehlt. So ist mir bis zum Schluss etwa unklar geblieben, warm der Cavaliere ausgerechnet Constantin haben will, um das Gemälde zu finden. Er ist schließlich eigentlich nur ein pensionierter Kripobeamter, der zuletzt aufgrund einer Krankheit nichtmal im aktiven Dienst, sondern als Ausbilder an der Polizeihochschule. Wieso sollte ausgerechnet er, der keine Ahnung von Kunst hat und mit einem Oldtimer durch die Toskana fährt, den Caravaggio für die Mafia aufspüren? Er hat nichtmal Ahnung von Kunst. Das wird gelegentlich nicht so klar. NACH dem Abenteuer hat er ja einen gewissen Ruf, er hat Kontakte in der Toskana und ist quasi mittendrin. Aber kurz nach seiner Ankunft eben nicht - da ist's partiell ein bisschen unklar.

Ansonsten ist das Buch grandios gut - ich habe es an einem einzelnen Wochenende durchgelesen - und freue mich auf mehr!

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