Michael Robotham: Die weiße Krähe
Schon seit den guten alten Joe O'Louglin Tagen liebe ich Thriller von Michael Robotham. Seit dieser Zeit kommen immer mal wieder neue Hauptfiguren bei ihm vor - sei es der Psychologe Dr. Cyrus Haven oder eben die junge Polizistin Philomena McCarthy.
Letztere bekommt in Robothams neuestem Werk ihren zweiten Auftritt.
Die weiße Krähe
Daten
Autor: Michael Robotham
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31693-9
Preis: 17€
Broschiert, 544 Seiten
Inhalt
Phil ist mit ihrem Partner auf Streife unterwegs, als sie plötzlich ein kleines Mädchen im Schlafanzug am Straßenrand sieht. Sie ist alleine, es ist Nacht... Da stimmt was nicht. Eigentlich waren die beiden grade zu einem Überfall in einem Juwelierladen gerufen worden, doch Phil kann das Mädchen nicht alleine lassen. Daher lässt sie ihren Partner alleine fahren und macht sich auf die Suche nach dem Kind.
Als sie sie findet, hat sie Blut am Schlafanzug und erzählt, dass sie ihre Mutter nicht wecken konnte. Sie erzählt, sie heißt Daisy Kemp-Lowe und führt Phil zum Haus der Eltern. Dort verschafft sich Phil Zutritt und entdeckt die Mutter tot in der Küche, brutal ermordet und gefesselt. Gleichzeitig bekommt sie die Anweisung, das Haus sofort zu verlassen. Denn der Überfall auf den Juwelier, zu dem Phils Partner gefahren war, steht in Verbindung. Die dort an eine Sprengweste gefesselte Person ist Daisys Vater.
Da Daisy Vertrauen zu Phil gefasst hat, kommt sie erstmal mit zu ihr und zu Henry, ihrem Mann. Und Phil nimmt die Kleine auch mit zu einer Taufe in der Familie. Man muss dazu sagen, dass Phils Familie etwas spezieller ist, grade für eine Polizistin. Sowohl ihr Vater als auch ihre Onkel sind tief in die kriminellen Strukturen in London eingebunden.
Und so dauert es auch nicht lange, bis Phil unter Verdacht gerät. Denn ihre Onkel waren in den Wochen vor der Tat mehrfach in dem Laden der Familie Kemp-Lowe. Eine Hausdurchsuchung und eine Verhaftung folgen.
Und so wird Phil schnell klar, dass ihr Vater Geld über den Juwelier gewaschen hat. Doch das ist längs nicht alles. Denn ein anderer Krimineller vom Balkan will ausgerechnet Edward McCarthy seinen Rang ablaufen. Und das bedeutet nicht nur Gefahr für ihn, sondern für die gesamte Familie McCarthy.
Fazit
Eine Polizistin aus einer der kriminellsten Familien Londons - dass da schnell ein Verdacht aufkommt ist ja fast schon klischeehaft... Aber daraus entsteht ein grandios guter Thriller, bei dem man gelegentlich selbst an allem zweifelt. Denn Sympathien mit Phil aufnehmen geht vollkommen problemlos. Sie tanzt aus der Reihe - sie ist die "weiße Krähe", wie ihr der bulgarische Bösewicht erklärt. So etwas wie das positive Gegenstück zum Schwarzen Schaf. Aber würde sie wirklich ihre Familie verraten?
Irgendwie war mir anfangs nicht ganz klar, wie die Erzählstränge: Mafia Krieg und Juwelier-Ehefrauen-Mord miteinander verbunden sind. Und es hat auch relativ lange gedauert, bis sich am Ende alles auflöst. Aber gerade das hat es für mich irgendwie so grandios gut werden lassen - denn man bleibt dran und kann das Buch deshalb auch entsprechend kaum weglegen.
Ein Robotham wie er im Buche steht - ich bin schon gespannt, wie es mit den McCarthys weitergeht.

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