Seit ich Krimis lese (oder in diesem Fall höre), gehört die jährliche Bretagne Reise irgendwie dazu. Jean-Luc Bannalec lässt den ehemals Pariser Commissaire schon zum 15. Mal in der Bretagne ermitteln. Und von Fall zu Fall wird er ein kleines bisschen mehr zum Bretonen.
Und weil diesmal wieder eine längere Bahnreise anstand, wurde es mal wieder ein Hörbuch...
Bretonischer Glanz
Daten
Autor: Jean-Luc Bannalec
Verlag: Argon Hörbuch
ISBN: 9783732488292
Preis: 16,99€
Gelesen von Christian Berkel
8 Stunden 50 Minuten ungekürzte Lesung
Inhalt
Eigentlich sitzt Dupin gerade mit Riwal im Admiral zum Essen, als er einen Anruf erhält. Sein Kollege aus Roscoff, den er vor einigen Jahren bei einer Fortbildung kennengelernt hatte. Dupin ist überrascht, als er von einer Toten beim lokalen Krimifestival berichtet. Dupin soll den Fall übernehmen, weil sein Kollege einen Tag später in Ruhestand geht. Dupin will eigentlich nicht, doch an Locmariaquer kommt er nicht vorbei.
Also reist er mit Dupin und Riwal in den Norden der Bretagne. Kadeg ist schon dort, weil er am Krimifestival teilnehmen wollte. Die drei übernehmen den Fall und teilen sich eine Suite im lokalen Hotel.
Die Tote gilt als Hauptrepräsentantin einer lokalen Tradition, weil Roscoff ist für seine Zwiebeln weltbekannt. Und kaum kommen Riwal und Dupin an, wird auch der Freund der Toten, der zunächst als Verdächtiger galt, in seinem Haus tot aufgefunden.
Die Ermittlungen gehen dann in unterschiedliche Richtungen. Zum einen eskaliert der Streik des lokalen Fährunternehmens immer weiter. Von Roscoff legen die Fähren auf die Kanalinseln ab und die lokale Firma soll die Strecke verlieren. Die Proteste eskalieren in Drohungen, die an Hauswände gesprüht werden.
Gleichzeitig ist natürlich die berühmte Roscoff Zwiebel (die übrigens wirklich lecker ist, ich war schon dort) ein wichtiges Thema. Die Tote hat unter anderem für echte Fachzeitschriften (für Zwiebelbauer) geschrieben, zum einen gibt es im Umfeld der Roscoff Zwiebel auch eine äußerst obskure Bruderschaft.
Fazit
Die Bretagne ist besonders. Und das ist in der Tat nicht nur in den Dupin Romanen so. Die Roscoff Zwiebel ist in dem kleinen Städtchen wirklich allgegenwärtig und die obskuren Machenschaften rund um die Bewahrung der Tradition sind den Bretonen durchaus zuzutrauen. Dabei gelingt es Bannalec, die Hintergrundinfos zur Zwiebel super an den Leser zu transportieren, ohne dass es irgendwie langweilig wird.
Dabei spielt Bannalec mit den zahlreichen Klischees über den Starrsinn der Bretonen. Und natürlich mit Dupins Gewohnheiten, die petite Cafés habe ich noch nie gezählt, sollte ich mal machen, meistens bestellt er ja gleich zwei.
Gleichzeitig hat man einen richtig guten Cozy Crime - einen Wohlfühlkrimi, bestens geeignet für den Strand oder für das Freibad.
Die Lesung übernimmt Christian Berkel, der ist ja einer der bekanntesten Hörbuchleser. Sie ist absolut prima, gut verständlich und ohne langweilig zu wirken.
Dupin hat ja zahllose Fans - und da zähle ich mich nicht erst seit meiner Bretagne Reise absolut dazu. Und für mich gelingt es Bannalec auch diesmal, dass ich zwei Zeilen lese und wieder im Admiral in Concarneu (das Lokal gibts tatsächlich) sitze und einen Petite Café trinke.

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