Reisen ist ein spannendes Thema - und in unserem Freundeskreis (Ü30 und die meisten ohne Kinder) häufig ein Thema. Und dabei haben wir schon oft festgestellt, dass jeder etwas anders reist. Während der eine Pauschalreisen liebt, die vorher komplett durchgeplant sind, lieben es wir beispielsweise möglichst flexibel und spontan.
Doch in einer Sache sind wir uns einig: Das Reisen hat sich seit unserer Kindheit verändert - und einzigartige Erlebnisse werden immer seltener.
Philipp Laage geht dem Thema auf die Spur.
Travel is Broken
Daten
Autor: Philipp Laage
Verlag: Kösel
ISBN: 978-3-466-37352-9
broschiert, 224 Seiten
Inhalt
Seit dem Aufkommen der Sozialen Medien haben wir nur noch eins im Gepäck: Fomo (Fear of Missing Out). Wenn wir uns für ein Reiseziel entschieden haben, informieren wir uns über die MUST dos in der Reiseregion und fühlen uns dabei Rastlos - Erholung kommt zu kurz.
Wir schreiben To Do- und Packlisten, müssen morgens um 4 Uhr zum Flughafen aufbrechen und unser Stundenplan wird dichter gepackt als an einem normalen Arbeitstag.
Gleichzeitig werden die beliebten Reiseziele immer voller - Seen in Österreich nehmen 70€ Parkgebühr pro Tag oder führen gleich Höchstbesucherzahlen ein. Gemütliche Fischerorte an der Amalfiküste sind heute mehr Sehnsuchtsorte für amerikanische Touristen.
Reisejournalist Philipp Laage ruft dazu auf, FOMO und To-Do Liste zu Hause zu lassen und wieder bewusst zu reisen - und nicht für seinen Social Media Account.
Fazit
Als wir vor etwa 15 Jahren - lange bevor ich eine Kamera und einen Instaaccount hatte, ich glaube, ich hatte nichtmal ein Smartphone - durch Rumänien reisten, hat sich bei uns eine Reisephilosophie festgesetzt: Wir buchen nur Flug, Auto und das erste Hotel und dann schauen wir mal, wo es uns hintreibt. Ja, wir haben dann einen Reiseführer dabei, heute nutzen wir auch Google Maps und überlegen uns vorher grob, was wir machen. Aber wenn wir diese eine Kathedrale nicht gesehen haben, haben wir über das Land doch ordentlich was gelernt - und wenn wir die eine kandierte Erdbeere für 35€, die wir auf Insta gesehen haben, nicht gegessen haben, war's trotzdem ein grandioser Urlaub.
Und genau das ist es, was Philipp Laage vorschlägt... Weniger Plan, mehr Spontanität. Das ist seit der Pandemie nicht immer so einfach - Museen oder große Sights sind auf Wochen vorher schon ausgebucht - aber man muss halt nicht unbedingt, wenn es halt nicht geht. Unsere Pläne sind inzwischen minimal umfangreicher geworden und wir buchen Museen am Tag vorher oder die EINE besondere Sehenswürdigkeit wird gebucht und der Urlaub läuft so grob drum rum. Dennoch halten wir für einen Kaffee, wenn wir Lust drauf haben und haben diesen Druck komplett aufgegeben.
Entsprechend halten wir uns unbewusst ohnehin schon lange an Laages Hinweise, ärgern uns aber gleichzeitig über Leute, die das nicht tun - wir Menschen sind schon seltsam...

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