Wer mich kennt, der weiß, dass ich das Reisen mag. Ich mag das Meer, würde allerdings zugegebenermaßen nie tauchen gehen (zu gruselig). Aber immerhin habe ich sogar mal ein Praktikum in Meeresbiologie in Südfrankreich gemacht. Die Biologie hat mich immer schon extrem fasziniert.
Sylvain Tesson hat eine etwas andere Grundlage. Er ist einer der bekanntesten französischen Reiseschriftsteller, lebte schon 6 Monate als Einsiedler am Baikalsee und umrundete mit dem Fahrrad die Welt.
In seinem neuen Buch nimmt er uns mit ins Meer.
Die Säulen des Meeres
Daten
Autor: Sylvain Tesson
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN:978-3-570-10615-0
Preis: 25€
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten
Inhalt
Auf seiner Reise rund um die Welt besteigt Sylvain Tesson die bekanntesten Brandungspfeiler. Dort am Schnittpunkt zwischen Erde und Meer ist er umgeben vom Wind und Meerluft. Dabei erklimmt er etwa den Stromboli oder auch am Kap Hoorn, auf den Faröer oder in Tasmanien.
Seine Betrachtungen sind dabei philosophischer Natur. Er konzentriert sich dabei stark auf möglichst unzugängliche Orte, wo er meditiert und Gedanken etwa zum Thema Vergänglichkeit widmet.
Im Zeitraum von 20 Jahren besteigt Tesson mehr als 100 sogenannter Stacks, und hört dabei das Meer unter sich tosen. Diesen Akt des Kletterns bezeichnet er selbst als Meditation, die Felsnadeln, die er erklimmt, als "Letzte Rebellen" in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Sie trotzen dieser Veränderung.
Fazit
Wer eingehende Begegnungen mit der Natur und Beschreibungen der Landschaft erwartet, liegt leider falsch.
Ich frage mich bei sowas allerdings immer, warum man die Besteigung einsamer Felsen und dem Aufsuchen solcher Plätze nicht bei anderen gerade die Sehnsucht weckt, die sie am Ende zerstören. Daher tue ich mich mit solchen philosophischen Betrachtungen der Natur oft schwer, weil sie mich irgendwie in Frage stellen lassen, ob sie nicht ein gegenteiliges Ziel erreichen.
Tesson besteigt die bekanntesten Stacks der Welt - er dringt damit in das ein, was er selbst als "Letzte Refugien" bezeichnet. Für mich sind das eben Orte, die man einfach in Ruhe lassen sollte. Was eben die Zivilisationskritik, die Tesson üben möchte, etwas Ad absurdum führt.

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