
Michael Kobr kennt man wohl hauptsächlich als einer der beiden Autoren der Kluftinger Krimis. Doch die beiden haben sich mittlerweile emanzipiert und sind seit einigen Jahren auch mit ihren Soloprojekten aus den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken.
Michael Kobr nimmt uns dabei mittlerweile mit Lennart Ipsen bereits zum vierten Mal mit auf die dänische Insel Bornholm.
Sonne über Christianso
Daten
Autor: Michael Kobr
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-30239-0
Preis: 25€
Gebundene Ausgabe, 400 Seiten
Inhalt
Dunkle Schatten ziehen über die Insel. Ein Windpark ist geplant und unweit der Wohnung von Kommissar Ipsen soll eine große Demo starten. Doch ausgerechnet die Hauptrednerin, Anna Steenberg, taucht nicht auf. Die junge Frau stammt aus einer kleinen Dorfgemeinschaft von der Insel Christiano, den sogenannten Erbseninseln.
Wenig später wird ihr leeres Boot gefunden. Anna bleibt spurlos verschwunden. Also treten Ipsen und sein Team auf den Plan und beginnen mit ihren Ermittlungen auf der kleinen Insel. Das Motiv für Annas Verschwinden scheint klar, schließlich spaltet der geplante neue Windpark vor der Insel ein emotional aufgeladenes Projekt, das die kleine Gesellschaft spaltet.
Ipsen reist mit dem Postschiff auf die kleine Insel. Kurz nach Beginn seiner Ermittlungen zieht ein massiver Sturm auf und die Insel ist von der Außenwelt abgeschnitten. Er stößt dabei auf unzählige Geheimnisse und auf eine Welt aus Neid und Habgier. Und schnell scheint klar: mindestens einer von ihnen ist ein Mörder.
Fazit
Eigentlich hat man hier ein extrem klassisches Krimimotiv. Man hat einen Mord, man hat eine abgeschnittene Dorfgemeinschaft und hinter jeder Tür lauert ein neues Geheimnis und ein mögliches Motiv. Doch irgendwie funktioniert das bei mir immer.
Denn bei Lennart Ipsen kommt für mich ein großartiger, sympathischer und scharfsinniger Ermittler dazu und die Eiskalte Atmosphäre einer ohnehin schon relativ abgeschotteten Insel irgendwo in der Dänischen See. Ich finde alleine den Kontrast zwischen Kluftinger, den leicht verpeilten Kommissar in den Allgäuer Alpen und dem fast schon ins kühle Nordic Noir passenden Lennart Ipsen einfach super.
Ja, das Ganze ist zum Teil vorhersehbar. Aber irgendwie macht es das auch aus. Es macht einfach ein bisschen süchtig.
Ich liebe die Dänemark Krimis von Michael Kobr und kann jetzt schon kaum noch das nächste erwarten...
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