Washington Poe gehört für mich zu einer der besten Neuentdeckungen bei der Bibliothek. Ich habe mit einem Buch mitten in der Reihe angefangen und konnte im Anschluss kaum mehr mit der Reihe aus Cumbria im Norden Englands aufhören. Washington Poe und Tilly Bradshaw sind einfach ein Team, das fesselt.
Heute geht es um den wohl brutalsten und persönlichsten Fall für Poe.
Der Kurator
Daten
Autor: M.W. Craven
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3-426-28457-5
Preis: 16,99€
Broschiert, 464 Seiten
Inhalt
Cumbria kurz vor Weihnachten - Tilly hat Poe dazu gezwungen, sie auf eine Babyparty zu begleiten. Schließlich ist es keine geringere als DI Stephanie Flynn, die bald ihr Kind zur Welt bringen soll, die Chefin der beiden.
Doch Flynn ist trotz ihres mittlerweile großen Umfangs so gar nicht auf Baby gepolt. Und so ist sie fast dankbar, als Poe einen Anruf erhält. An drei Stellen in Cumbria sind abgetrennte Finger aufgetaucht - immer in Paaren und von drei unterschiedlichen Personen. Am Fundort wird auch ein Papier mit dem Hashtag #bsc6 und Bildern von schwarzen Schwänen gefunden.
Und Estelle Doyle, die Gerichtsmedizinerin, stellt fest, dass jeweils einer der Finger Post mortem abgetrennt wurde. Was noch fehlt, sind die Leichen. Und die Identifikation gestaltet sich mehr als schwierig. Anhand von Vermisstenanzeigen findet Tilly aber schließlich die Opfer, doch nur die Leiche eines Mannes wird auch tatsächlich entdeckt.
Einzig Tilly findet einen Ansatz, der auf eine Internet Challenge hinweist, ähnlich der Blue Whale Challenge, bei der ein Spielmacher russischen Jugendlichen über 50 Tage täglich brutaler werdende Aufgaben stellt, die am Ende in einem Selbstmord mündeten.
Was nach Zusammenhangslosen Opfern aussieht, kann Tilly schließlich verbinden. Alle drei waren ein paar Jahre zuvor zur gleichen Zeit in Cumbria, alle drei waren Schöffen bei einem Gerichtsprozess und sorgten dafür, dass es zu keiner Verurteilung kam.
Der damals Angeklagte soll Müll illegal entsorgt haben, was dazu führte, dass ein Kind erblindete. Es stellte sich aber tatsächlich seine Unschuld heraus, weshalb er in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde. Mit seiner Entschädigung ließ er sich auf einer kleinen Insel nieder. Poe und Bradshaw sehen in ihm das mögliche nächste Opfer - doch damit liegen sie falsch...
Fazit
Ich LIEBE das Zusammenspiel aus dem kauzigen DS Poe und des Genies Tilly Bradshaw - eine einmalige Freundschaft, die am Ende allen Serienkiller Großbritanniens das Handwerk legt. Beide sind sozial ein bisschen unbeholfen - auf unterschiedliche Art und Weise. Aber beide sind zusammen mehr als genial.
Und das Ganze hält die schwangere Chefin Flynn zusammen - und irgendwie ist man sich mehr als sicher, dass am Ende etwas Schreckliches passiert. Ja, das Ganze ist auf der einen Seite ein bisschen vorhersehbar und auch ein kleines bisschen konstruiert (ich darf nicht zu viel verraten) - doch sobald man denkt, man weiß was los ist, dreht es sich dann doch wieder in eine andere Richtung.
Die Geschichte mit der Insel am Ende ist nicht wirklich realistisch und das in vielen Aspekten, doch das Ende rettet es dann wieder und macht das Buch zu einem Thriller, der der Poe/Bradshaw Reihe mehr als würdig ist...

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