Marlene Nielsen ist Psychologin und Expertin für Mikroexpressionen - und sie ist die neue Protagonistin im Thriller von Anne Keßel. Und man muss sagen, die beste Kritik ist ja, wenn die ARD einen Psychothriller bereits verfilmt hat...
Die Lüge in ihrem Gesicht
Daten
Autorin: Anne Keßel
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-07407-8
Preis: 17€
Broschiert, 400 Seiten
Hörbuch:
Verlag: Hörbuch Hamburg
Gelesen von Verena Wolfien
10 Stunden 47 Minuten
ISBN: 9783844947311
Preis: 20,99€
Inhalt
Eine Frau sitzt auf dem Polizeirevier und steht unter Schock. Gerade hat sie einen Menschen getötet - einen Mann, der sie offensichtlich vergewaltigen wollte. Ein gezielter Schlag und der junge Mann liegt auf dem Hamburger Gehsteig.
Doch die Frau kann keine Aussage machen - sie spricht nicht, sagt nichtmal ihren Namen. Deniz Kurt ermittelt - und ruft seine ehemalige Lebensgefährtin zur Hilfe. Marlene Nielsen lehrt Psychologie an der Universität Hamburg. Dort ist sie berüchtigt unter den Studenten, denn die Expertin für Mikroexpressionen entlarvt jede Lüge.
Und so ist es auch mit der Frau ohne Namen. Marlene erkennt sofort, dass etwas nicht stimmt. Für sie steht fest, dass die Frau keineswegs das Opfer einer versuchten Vergewaltigung ist - alles ist inszeniert gewesen, um den jungen Mann zu töten.
Doch niemand will ihr so recht glauben. Doch dann beginnt sie mit ihren Recherchen und stößt dabei auf eine Geschichte, die vor Jahrzehnten in Dänemark passiert ist - und versteht damit als einzige, um was es wirklich geht: Es geht um Rache...
Fazit
Ich muss sagen, ich bin ganz angetan. Ich bin eigentlich ohne größere Erwartungen an diesen Thriller herangegangen, weil ich Anne Keßel vorher nicht kannte und von dem Film nichtmal wusste. Ich hatte aber sofort große Sympathien für die Protagonisten - ganz speziell nach der Szene im Hörsaal ganz am Anfang. Und man steigert sich mit Marlene zusammen mehr und mehr in den Fall herein, bis sie am Ende die Wahrheit erfährt. Sie kann nicht aufhören, auch ohne die Unterstützung durch die Polizei. Ich konnte kaum mehr aufhören.
Spannend finde ich gleich mehrere Aspekte an der Geschichte:
Das Thema Mikroexpressionen ist ja relativ stark im Hype, wird hier aber auch großartig aufgearbeitet, was der Geschichte eine ganz besondere Note verleiht.
Zudem erwirbt man irgendwie auch gewisse Sympathien für die Täterin, die zwar einen Mord begangen hat, den sie auch ein bisschen selbst inszeniert hat - aber je mehr herauskommt, umso mehr versteht man, warum das alles passiert.
Man bekommt einen großartigen, intelligenten Thriller - beste Unterhaltung für lange Bahnfahrten.

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